Übercaster 1.2 – Podcasting auf dem Mac
Auf einem Apple Macintosh gibt es viele Möglichkeiten einen Podcast zu produzieren. Ganz kostenlos geht es mit dem OpenSource Programm Audacity. Praktisch kostenlos (es liegt jedem neuen Mac dabei) ist auch Garageband aus dem iLife 06 und iLife 08 Paket von Apple. Eine dritte, und sicher nicht letzte, Möglichkeit ist das Programm Übercaster von Eberhard Rensch, aus Offenburg. Das kostet zwar mit $80 eine ganze Menge Geld, verspricht aber eine komplette Softwaresuite fürs Podcasting zu sein und ist gerade in der Version 1.2 erschienen. Da das Programm hier schon länger im Einsatz ist und diverse Podcasts erfolgreich produziert hat, nehmen wir die Version 1.2 zum Anlass, dass Programm einmal vorzustellen.
Übercaster bietet vielfältige Möglichkeiten der Podcasterstellung, inkl. Mitschnitte von Skype Gesprächen. Soundeffekte und Musik können schon während der Aufnahme eingespielt werden, so dass man nach der Aufnahme nur noch kleinere Versprecher,… rausschneiden muss. Hier hat Übercaster große Vorteile gegenüber anderen Programmen, wo die Effekte und “O-Töne” erst im Nachhinein reingeschnitten werden. Wer jedoch mit anderen Programmen bereits gearbeitet hat, wird seinen Workflow ein bisschen umstellen müssen.
Der Workflow von Übercaster teilt sich in 4 Bereiche auf. Den Anfang mach die Vorbereitung (“Prepare”). Hier zieht man die für den Podcast benötigten Soundfiles und Audioquellen (Mikrophone, Skype,…) auf die Oberfläche und belegt selbige mit Hotkeys. Zusätzlich kann man die einzelnen Objekte auch mit Effekten wie Echo, Verzerrung,… belegen und diese dann per Schalter aktivieren. Diese “Vorbereitungen” kann man natürlich auch speichern und als Vorlage für weitere Podcast-Episoden verwenden.
Nachdem die Vorbereitung der Sendung abgeschlossen ist, geht es an die Aufnahme. Hier drückt man praktisch nur noch den Aufnahme-Knopf und kann mit den vorher gewählten Hotkeys die einzelnen Soundeffekte abspielen oder Audioquellen zu- bzw. abschalten. Nachträglich ist es hier auch möglich eine bestehende Stelle durch eine neue Aufnahme zu ersetzten, oder aber zusätzliche Aufnahmen einzufügen (insert).
Der dritte Schritt des Workflows, der Schnitt (“cut”) ist sicherlich der Zeitaufwändigste. In Fachkreisen wird dieses auch Postproduktion genannt. Hier werden nun Versprecher, Wartezeiten und “Aehs” herausgeschnitten, Lautstärken angepasst und vieles mehr. Bei Übercaster können hier auch, für die Advanced (AAC) Version des Podcasts, Kapitelmarker gesetzt. Wenn das Abspielprogramm es unterstützt, können die Hörer dann direkt diese Kapitel anspringen.
Im letzten Schritt, der Veröffentlichung (“Release”), geht es an die Erstellung der Zieldatei. Hier hat man die Wahl ob der Podcast als MP3 und/oder AAC veröffentlicht werden soll. Die Dateien kann Übercaster noch mit MetaTags versehen und automatisch auf einen FTP, SFTP, WebDAV, oder .mac Server legen. Damit wäre das Erstellen der Podcastepisode abgeschlossen. Nun muss sie nur noch auf der Webseite eingebunden werden.
Insgesamt mach Übercaster eine gute Figur und bringt in der Version 1.2 gerade im Schnittbereich große Geschwindigkeitsgewinne mit sich. Auch ist die neue Version Leopard-kompatibel, so dass man diesbezüglich ohne Probleme auf die neue Mac OSX Version updaten kann – sobald sie erschienen ist. Auch wenn Übercaster mit $80 nicht wirklich günstig ist, bietet es doch eine Menge an Funktionen die recht leicht zugänglich sind. Sicher es geht alles auch mit Audacity und Garageband, aber leider nicht so bequem.
Negativ fällt bei Übercaster neben dem recht hohen Preis eigentlich nur auf, dass das Programm rein in englischer Sprache ist, obwohl Übercaster ein “Made in Germany” Produkt aus Offenburg ist. Hier wäre sicher eine Lokalisation angebracht.
Auf der Internetseite von Übercaster gibt es neben einer Testversion auch diverse Screencasts, die einem die Möglichkeiten von Übercaster sehr ausführlich demonstrieren.
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